ASP „Verfallen – Folge 1: ASTORIA“ (CD-Review)

Cover ASP Verfallen Folge 1 Astoria

Schon als ich auf dem M’era Luna die ersten Klänge von „Astoria – verfallen“ hörte, wusste ich: dies wird ein weiterer spannender, ganz anderer Dark Novel Zyklus von ASP.

Als langjähriger Fan von ASP selbst, gut gemachter Fiktion, düsteren Klängen und als Mitwirkende im Theaterstück namens „Hotellerie“ ist es mir eine Ehre, über dieses neue Meisterwerk zu berichten:

„Verfallen – Folge 1: ASTORIA“

Die Geschichte

Die Story – inspiriert durch Kai Meyers eigens für die Artisten des Gothic Novel Rocks geschriebenen Kurzgeschichte „Das Fleisch der Vielen“ – führt uns zunächst nach Berlin des frühen 20. Jahrhunderts.

Ein junger Mann – er nennt sich selbst Paul – verlässt Berlin aufgrund der Perspektivlosigkeit nach dem ersten Weltkrieg und kennt nur ein Ziel: Leipzig.

Dort am Hauptbahnhof angekommen, sieht er zum ersten Mal  das imponierende Gebäude des damals schillernden und pulsierenden Zentrums der Stadt: des Hotels Astoria.

Sofort ist er fasziniert von dem Schauspiel, welches ihm dort geboten wird. Das Hotel der gehobenen Klasse vereint alles, was das frühe 20. Jahrhundert zu bieten hat:

Noble Damen und Herren geben sich hier die Türklinke in die Hand, werden von Wagenmeistern und Pagen empfangen und genießen das Sehen und Gesehen werden bei exquisiten Speisen, Getränken und natürlich Musik.

Der Mann namens Paul weiß: hier möchte er bleiben und verschafft sich heimlich Zutritt über eine Hintertür. Er hat Glück und darf als Hausmeister dem Zirkus namens Hotel beitreten.

Mehr und mehr verfällt er jedoch den Verlockungen von Astoria selbst, denn das Gebäude führt ein schaurig-böses Eigenleben. Es erscheint Paul in Form eines verführerisch-weiblichen Geistes und er fühlt sich dazu berufen, ihr jeden Wunsch zu erfüllen…so seltsam ihm diese auch manchmal erscheinen. Als er vor das eigentliche, blutige Verlangen von Astoria gestellt wird, ist er längst dem Bann erlegen und zögert nicht lange, noch einen Schritt weiter zu gehen…

Die Musik

Cover ASP Verfallen Astoria Standard EditionMusikalisch baut sich der Zyklus analog zur Storyline auf und fängt zunächst mit melancholisch anmutenden Klängen an.  In Leipzig und im Hotel Astoria angekommen, nehmen ASP uns mit in die schillernde Spaßwelt des damaligen Nachtlebens. Die Lebensfreude spiegelt sich wieder in für ASP eigentlich unübliche Stile wie z.B. Polka und Tango, welche genial kombiniert und verwoben werden mit den gewohnten Gitarrensounds.  Man kann förmlich spüren, mit welcher Freude unser Protagonist sein neues Leben empfindet.

Je weiter Astoria sich Paul offenbart, desto düsterer und intensiver wandelt sich auch die Musik.  Man spürt den inneren Zwist, den Paul durchlebt und zeitgleich das offensive Drängen und den Druck, den das mörderische Gebäude ausstrahlt.  Am Ende des ersten Teils erwartet den Hörer somit ein Finale furioso, ein Crescendo, das für Gänsehaut sorgt.

Um dann ganz simpel zu enden mit „…Fortsetzung folgt…“. Simpel ist in diesem Zusammenhang nicht falsch zu verstehen. Das letzte Stück nimmt uns mit in den Schaffensvorgang und gibt ein Versprechen auf mehr – welches bereits in Form von „Verfallen – Teil 2: Fassaden“ erschienen ist.

Die Geschichte „Das Fleisch der Vielen“ von Kai Meyer ist zu lesen in der Limited Novel Edition des ersten Teils. Die CD kommt in einem sehr hochwertigen Hardcover im Querformat beim Hörer an, aufwändig und fantasievoll gestaltet von Joachim Luetke und teilweise versehen mit den handgeschriebenen Texten und Skripten.

Alles in allem kann man sich – ähnlich wie bei einem Hörspiel – voll und ganz auf die Musik, die Story und natürlich die charismatische Stimme von ASP einlassen, die Welt ausblenden und einfach nur genießen.

Weitere Infos

Amazon: Verfallen Folge 1: Astoria

ASP im Web: ASPsWelten.de

Vielen Dank an das ASP-Presseteam für die freundliche Genehmigung zur Verwendung der Cover-Bilder!

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Über Tante Käthe:

Nach langen Irrwegen ist sie schließlich im schwarzen Universum angekommen.
Auf dem Board ist sie für allerlei Reviews quer durch die Bank zuständig.

hat bereits 2 Artikel auf dem Schwarzen Board verfasst.

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