Slot Machine im Interview

Slot Machine

Als Newcomer kann man Slot Machine nun wirklich nicht bezeichnen. Dennoch sind sie in ihrer derzeitigen Form wieder neu. „Punk, Rock, Metal, Indie – durch den Fleischwolf gedreht, roh serviert“ lautet ihre Devise – ich möchte euch diese Band, die man nicht mal eben in eine Schublade stecken kann, ein wenig vorstellen. Dazu durfte ich ein paar Fragen loswerden – hier also ohne langes Vorspiel mein Interview mit Slot Machine!


Euch gibt es ja schon eine ganze Weile – wenn auch in anderer Besetzung und mit etwas anderem Klang – was hat euch dazu gebracht, die musikalische Pause zu beenden?

Rico: Naja – wir haben uns damals getrennt, weil es beruflich schwierig wurde, das Probepensum und damit die Band aufrecht zu erhalten. Einige Jahre später klingelte mein Telefon, und Matze hat mir eröffnet, dass er die Band wieder zusammenbringen will – also ein bissel wie bei den Blues Brothers. Schnell war klar, dass jeder sein Equipment noch irgendwo im Keller stehen hatte. Also haben wir das Zeug mal angeschlossen und Gottseidank hat alles noch funktioniert.
Los gings also. Die ersten Proben haben wir zu dritt bei Marco im Schuppen gemacht, da wir natürlich keinen Proberaum hatten – zwischen allerlei Tand, Bier, Bisonfellen und Werkzeug bei -10° C. Als wir uns dann zwei Monate später wieder einen Proberaum gesucht hatten, wurde es dann etwas ernsthafter.

Um jedoch die Frage zu beantworten: Musik ist bei uns allen ein wesentlicher Teil des Lebens und letztlich hat sie uns in den Jahren musikalischer Abstinenz wohl doch zu sehr gefehlt.

Wie sieht euer Traum-Gig aus?

Matze: Puh! Ein Gig ist geil, wenn Band und Publikum Spaß haben. Mancher würde jetzt vielleicht eine große Arena mit Promis und einem atemberaubenden Licht- und Tonspektakel beschreiben – aber das sind keine Aspekte, aus denen wir unsere Motivation beziehen. Was uns antreibt, sind im Grunde nur zwei Dinge – Musik und Spaß. Und aus denen definiert sich somit auch unser ganz persönlicher Traum-Gig. Das kann durchaus auch in einem kleineren Rahmen sein.

 

Slot Machine Live

 

Welchen Künstler/Band würdet ihr gerne mal zu einer gemeinsamen Probe einladen und warum?

Rico: Knifflig. Fangen wir mal so an, unsere Musik ist letztlich ja ein Genre-Mix – und das aus gutem Grund. Jeder bei uns hat etwas andere musikalische Präferenzen – und deswegen hat da sicher jeder seine eigene Antwort. Ich für meinen Teil habe z.B. höchsten Respekt vor Peter Spilles (Project Pitchfork) oder Paul Wright (Fields of the Nephilim). Zur Probe einladen würde ich die beiden jedoch nicht – dafür halte ich die musikalischen Konzepte für zu unterschiedlich. Bei Matte Säker (Bombus) oder Justin Sullivan (New Model Army) könnte ich mir hingegen gut vorstellen, dass wir nicht nur Spaß hätten, sondern auch musikalisch schnell auf einen Nenner kommen könnten.

Wie sieht es in eurem Proberaum aus? Ist es eher ein zweites Wohnzimmer oder ein steriler Arbeitsplatz?

Rico: Wohnzimmer bringt es ziemlich genau auf den Punkt. Da stehen bspw. Couchgarnituren um einen recht stylischen Tisch, der aus einer alten Kabeltrommel zusammengezimmert ist. Die Wände sind komplett mit schwarzem Molton abgehangen und mit zahllosen Plakaten gespickt (Motörhead, Offspring, Cure, Abbath, Curt Cobain, Amon Amarth – aber z.B. auch Delta Mund) Der Boden ist mit Teppich ausgelegt und – logisch – wo man geht und steht, sind einem Boxen, Verstärker, Mikrofone, Mischpult, Notenständer oder unser Flipchart im Weg. Ja, echt – wir haben ein Flipchart!

Spielt Lampenfieber bei euch noch eine Rolle oder steht ihr so souverän auf der Bühne wie morgens beim Zähneputzen vorm Waschbecken?

Matze: Hmm – hoffentlich machen wir auf der Bühne einen besseren Eindruck, als morgens beim Zähneputzen! Naja – Lampenfieber ist ja bekanntlich gesund und geht in meinen Augen nie weg, solange Du mit Herzblut dabei bist. Wenn Du Dich selbst auf den Gig freust, stolz bist auf Deine Songs und als Band gut funktionierst, gibt es nix schöneres, als live zu spielen. Klar, wenn Du den Gig betrachtest, wie nen normalen Arbeitstag, geht der Reiz und damit auch die Aufregung verloren. Gottseidank haben wir alle Lampenfieber.

 

Slot Machine Band

 

Wie konkret sind denn die Pläne für die nächste CD/EP? Gibt es schon den ein oder anderen Track?

Matze: In den letzten Monaten haben wir uns schwerpunktmäßig mit technischen Dingen auseinander gesetzt. Momentan sind wir aber dran, ein paar neue Stücke zu finalisieren, die wir sicherlich auch in der nächsten Zeit einspielen werden. Inwieweit ein neues Release ansteht und wann, ist momentan noch nicht entschieden. Den einen oder anderen Song haben wir auch live bereits angetestet. Insofern müssen wir Euch noch um ein wenig Geduld bitten.

Was inspiriert euch beim Schreiben von neuen Titeln?

Matze: Puh – alles Mögliche. Oft ist es bspw. so, dass ich mich beim Musik hören regelrecht fallen lasse und die Stimmung aufnehme. Das klappt mal gut und mal nicht so gut. Aber manchmal finde ich mich selbst dann unvermittelt am Instrument oder am PC wieder und bin direkt dabei an einem Stück zu arbeiten. Insofern ist das mehr ne Gefühls- als ne Kopfsache. Aber egal, wer bei der Probe mit einer neuen Idee aufkreuzt – in jedem Fall drehen wir das Material so lange durch die Leier, bis wir uns alle darin wiederfinden. Aus der Perspektive gibt es bei uns niemanden, der nen kompletten Song schreibt. Das Vorstellen eines neuen Stückes ist eher wie ne Starthilfe beim Auto zu sehen.


Slot Machine bestehen aus Julia (Gesang), Philipp (Drums), Matze (Bass), Marco (Gitarre) und Rico (Gitarre). Wenn ihr mehr über die Truppe erfahren möchtet, sei euch ein Besuch auf ihrer Homepage Slotmachine-Band.de oder ein Blick auf ihre Facebookseite ans Herz gelegt! Ihr findet dort neben ihren CDs zum Reinhören auch Videos und vieles mehr.

Ich möchte mich bei allen Bandmitgliedern für die Einblicke ins Band-Leben und die Beantwortung meiner Fragen bedanken – und natürlich für die Zurverfügungstellung der Bilder!

Bilder: Slot Machine

 

Über Chaospony:

Im normalen Leben bastelt sie Webseiten, bloggt auf Chaospony.de über Sinnvolles und -freies, schreibt Bücher, designt T-Shirts und gammelt auf Festivals rum. Auf dem Board ist sie hauptsächlich Pixelschubse und zuständig für die Technik.

hat bereits 3 Artikel auf dem Schwarzen Board verfasst.

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