Tarja Turunen am 10.10.2016 im Huxleys

Tarja Turunen

Es ist wieder soweit. Nach Jahren bietet sich für mich endlich wieder einmal die Gelegenheit, die Mistress des hochkultivierten Gothic Metals live erleben zu dürfen. Tarja Turunen gibt sich im Huxleys die Ehre und präsentiert gemeinsam mit Ihren Jungs die Shadow-Show auf der Berliner Kult-Bühne vor einem nahezu ausverkauften Haus.

Vorband: ANGRA

Das Aufwärmen übernehmen ANGRA, die dem Konzertgänger eine unerwartete Mischung aus Helloween, Sonata Arctica und klassischem 80er Jahre Heavy Metal im Stil von Accept und Manowar auf die Ohren dreschen. Die detailverliebten Arrangements kommen dabei erstaunlich abwechslungsreich und oft auch unvorhersehbar daher. Ob die Kombination aus Tarja und ANGRA nun jedoch stilistisch der große Glücksgriff war, möchte ich bezweifeln. Zwar fischen beide Acts im Grunde in ähnlichen Gewässern und überschneiden sich mit Kiko Loureiro sogar personell, was eine akzeptable Zielgruppenkompatibilität vermuten lässt – jedoch ist das typische Tarja-Publikum eben normalerweise an weit mehr interessiert, als an Hau-Drauf-Riffs und einer andauernde Salve aus Metal-Soli und Powerchords. Trotz allem – die Latinos haben eine sehr geilen Job gemacht, dem die Professionalität der inzwischen 26 Jahre währenden Bandgeschichte aus allen Poren quoll! Hut ab!

Bühne frei für Tarja Turunen

Nach einer etwa 20-minütigen Umbaupause war es endlich soweit. Wie ein Vulkan bricht die Band über das schmachtende Publikum herein legt einen Soundteppich aus, der den Vergleich mit einem Lavastrom wahrlich nicht zu scheuen braucht. Nach gerade einmal 20 Minuten sind bereits Sahnestückchen wie ‚500 letters‘, ‚Eagle Eye‘, ‚No bitter end‘ oder ‚Lucid Dreamer‘ verteilt. Das hätte mir an sich schon fast gereicht – aber es ging fröhlich weiter.

Tarja in Berlin

Tarja umgibt sich erwartungsgemäß  mit der ihr eigenen Sympathie-Wolke – sodass die Hälfte der anwesenden Rocker sie an diesem Punkt bereits vermutlich hätten heiraten wollen. Verzückt ließen wir uns weitere Edel-Arrangements wie ‚Victim of Ritual‘, ‚Love to hate‘ oder das akustisch dargebotene Medley (‚Until Silence‘ / ‚The Reign‘ / ‚Mystic Voyage‘ / ‚House of Wax‘ / ‚I walk alone‘) in die lasting-memories-Sektion unseres Kleinhirns pressen.

Nach etwa 90 Minuten war der obligatorische Teil vorbei und wir kamen zum Grande Finale in Form eines grandiosen Zugabeblocks. Mit ‚Until my last breath‘ schloss der Abend dann letztlich ab – und für mich war klar, dass dies nicht nur als  musikalische Selektion zu verstehen war, sondern darüber hinaus vielmehr als Statement im Sinne von „Ihr werdet mich so schnell nicht los!“. Prima Tarja, wollen wir auch gar nicht.

Fotos: Rico

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Konzert Tarja Turunen

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